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Politischer Nord-Süd Dialog am DLR-Standort Lampoldshausen

Baden-württembergische Staatssekretärin Schütz und Bremer Staatsrat Siering führen Raumfahrtdialog im DLR-Standort Lampoldshausen

Staatssekretärin Schütz und Staatsrat Siering zu Besuch beim DLR Lampoldshausen
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Staatssekretärin Schütz und Staatsrat Siering zu Besuch beim DLR Lampoldshausen
Dienstag, 6. Februar 2018

Der Bremer Staatsrat beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Ekkehart Siering besuchte gemeinsam mit der baden-württembergischen Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Katrin Schütz am Montag, 5. Februar 2018 das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Lampoldshausen. Prof. Dr. Hansjörg Dittus, DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie, und Klaus Schäfer, stellvertretender Direktor des DLR-Instituts für Raumfahrtantriebe, gaben der Delegation einen Einblick in den baden-württembergischen Raumfahrtstandort des DLR und der ArianeGroup. Ziel war es, den wechselseitigen Austausch der Raumfahrt-Länder Bremen und Baden-Württemberg zu stärken und eine Basis für eine weitere enge Zusammenarbeit deutscher Raumfahrtakteure zu legen. Zu dem Besuch gehörte auch eine Führung durch die Fertigungsanlagen für Satellitenantriebe. Dabei sprach die Delegation mit Vertretern der europäischen Raumfahrtindustrie ArianeGroup, die mit 320 Mitarbeitern auf dem rund 50 Hektar großen DLR-Gelände vor allem Kleintriebwerke sowie komplette Antriebssysteme für Satelliten entwickeln, produzieren und testen.

 „Der DLR-Standort Lampoldshausen ist das Test- und Forschungszentrum in Europa für alle flüssigen Raketenantriebe und auch Hybridantriebe. Dies reicht von der Entwicklung zukünftiger Raumfahrtantriebe, über die Erforschung fortschrittlicher Treibstoffe bis hin zu komplexen Prüfstandsprojekten“, betonte DLR-Vorstand Dittus bei seiner Begrüßung. „Mit dieser Expertise trägt das DLR maßgeblich zu einer zukunftsfähigen europäischen Raumfahrt bei.“

„Raumfahrt ist eine sehr forschungsintensive Branche, die seit jeher an der Spitze der technologischen Entwicklung steht, und eine enorme Hebelwirkung für viele andere Wirtschaftsbereiche entfaltet. Die Stärke des Raumfahrtclusters Baden-Württemberg – das rund 40 Prozent aller Beschäftigten in der Raumfahrtindustrie bundesweit umfasst – ist es, dass die Unternehmen bei uns in ein exzellentes Ausbildungs- und Forschungsumfeld eingebettet sind. Von diesen Netzwerken profitieren wir im Südwesten vielfältig“, so Staatssekretärin Katrin Schütz.

Die deutschen Raumfahrtakteure verfügen auf dem Gebiet der Raketenantriebe, insbesondere im Bereich der Oberstufen, über jahrzehntelange Erfahrung. Dem wiederzündbaren Oberstufentriebwerk Vinci kommt dabei ein entscheidender Anteil an jeder zukünftigen Ariane-6-Mission zu: Es liefert Satelliten punktgenau im Orbit ab. Die Fähigkeit zur Wiederzündung des Oberstufentriebwerks Vinci ist dabei die Voraussetzung für die Positionierung von mehreren Satelliten in verschiedenen Erdumlaufbahnen. „Die Verantwortung für diese wichtige Schlüsseltechnologie liegt bei den Raumfahrtakteuren in Deutschland“, ergänzte Dittus.

Einzigartige Prüfstände für die Entwicklung der Ariane 6

Bei ihrem Rundgang über das rund 50 Hektar große Forschungs- und Testgelände besuchte die Delegation Prüfstände, in denen das Oberstufentriebwerk Vinci und das neue Hauptstufentriebwerk Vulcain2.1 der Ariane 6 entwickelt und getestet werden. Ihre Verfügbarkeit sowie die Anpassung an zukünftige Testanforderungen sind von großer Bedeutung für die europäischen Trägerprogramme. „Mit dem weiteren Ausbau der Infrastruktur, der Prüfstände, der Treibstoffversorgung und den verstärkten Forschungsaktivitäten schaffen wir grundlegende Bedingungen für die zukünftige Entwicklung von Antriebstechnologien“, erläuterte Klaus Schäfer. „Damit arbeiten wir gemeinsam mit der Raumfahrtindustrie an Lösungen für die zukünftigen Herausforderungen des Raumtransports.“