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Besuch des Tschechischen Premierministers Nečas beim DLR Oberpfaffenhofen

Blick aus der Schaltzentrale des Galileo-Kontrollzentrums
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Donnerstag, 21. Februar 2013

Die Agentur für das Europäische Globale Satellitennavigationssystem (GSA), hat ihren Sitz von Brüssel nach Prag verlegt. Aus diesem Anlass besuchte Petr Nečas, Premierminister der Tschechischen Republik, am 21. Februar 2013 das Deutsche Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. DLR-Vorstandsmitglied Professor Hansjörg Dittus empfing die Delegation, die durch den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und den bayerischen Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Martin Zeil vervollständigt wurde.

Premierminister Nečas nutzte den Besuch beim DLR insbesondere, um sich über den neuesten Stand des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo zu informieren. Ein Programmschwerpunkt bildete somit das Galileo-Kontrollzentrum.

Das Kontrollzentrum ist für die Steuerung der Galileo-Satelliten zuständig und wird im Auftrag der europäischen Kommission von einem Tochterunternehmen des DLR betrieben, der DLR Gesellschaft für Raumfahrtanwendungen (GfR) mbH. Seit Oktober 2012 befinden sich vier der zukünftig insgesamt 30 Navigationssatelliten in der Erdumlaufbahn. Autonome Ortsbestimmungen nur auf Basis von Galileo-Satellitensignalen können voraussichtlich noch in diesem Frühjahr erstmals durchgeführt werden.

Die GSA in Prag überwacht zudem ein weiteres Projekt zur satellitengestützten Navigation - EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service). Das Erweiterungssystem steigert die Positionsgenauigkeit der GPS-Satellitennavigation für europäische Regionen und liefert Integritätsinformationen für sicherheitskritische Anwendungen. Eine Verknüpfung von EGNOS mit Galileo würde Vorteile in den Bereichen Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit bringen.

Als weiterer Programmpunkt in Oberpfaffenhofen wurde im Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) das Thema Bevölkerungsschutz vertieft. Dort stellen Experten auf Abruf hochaktuelle Satellitenbildkarten bereit – bei Natur- und Umweltkatastrophen, für humanitäre Hilfsaktivitäten und die zivile Sicherheit weltweit. Die Service-Einrichtung des DLR bietet zudem einen besonderen Vorteil: durch ihr Forschungsumfeld kann das ZKI neueste Entwicklungen direkt in die Anwendung bringen.

Darüber hinaus zeigte sich die tschechische und bayerische Ministerdelegation auch an der aktuellen Atmosphären- und Klimaforschung des DLR interessiert.  Die Forschungsflugabteilung präsentierte dazu das modernste Forschungsflugzeug Europas: HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft). Basierend auf einem Business Jet und wurde es für wissenschaftliche Einsätze speziell umgebaut. HALO ermöglicht den Wissenschaftlern umfassende und einzigartige Messungen in der Atmosphäre. Aus diesen neuen Datensätzen gewinnen sie wertvolle Erkenntnisse für den Klima- und Umweltschutz.